Kochen und Essen. Gut kochen und gut essen. Kaum  ein Thema verbindet Menschen so miteinander wie die Kunst des Kochens, die Kulinarik. Im Fremdsprachenunterricht eignet sich dieses Thema wie kaum ein anderes für jede Niveaustufe, um Wortschatz einzuführen, grammatische Strukturen zu etablieren,  über Vorlieben oder Abneigungen zu sprechen, Rezepte auszutauschen und vieles mehr.

Kaum ein Deutschkurs mit internationalen Teilnehmenden, in dem nicht schon eine gemeinsame Rezeptsammlung erstellt wurde, die dann im besten Fall am Ende des Kurses in ein länderübergreifendes Köstlichkeiten-Buffet gipfelt. Unvergessen die Schulbänke, die  sich bei Kursabschlussfesten unter Kochbananen, Falafeln, Blinis, Crêpes, Empanadas, gefüllten Weinblättern und Sommerrollen fast biegen 🙂

Kulinarik eignet sich zudem hervorragend, um plurikulturelle Landeskunde zu vermitteln. Wenn alle über die Ess- und Kochgewohnheiten ihrer  Familien sprechen und sich einbringen können, stärkt das das Zusammengehörigkeitsgefühl im Kurs.

DaF-Autor und Fortbildner Lukas Mayrhofer aus Wien, selbst gelernter Patissier sowie Gastrosoph (Gastrosophie ist die kulturwissenschaftliche Erforschung von Ernährung) , nimmt die Teilnehmenden der Hueber-Webinare regelmäßig mit auf kulinarische Streifzüge durch die unterschiedlichen Hueber-Lehrwerke. Denn auch dort spielt Kulinarik natürlich eine Rolle.

Ein paar schmackhafte Ideen zum Ausprobieren für Ihren Unterricht:

Essen in Reimform –  Tims Gedicht

Tim, einer der Protagonisten aus dem Hueber-Lehrwerk Momente, verpackt seine kulinarischen Vorlieben und Abneigungen in ein kleines gerapptes Gedicht. In einer Strophe erzählt er, was bei ihm auf den Tisch kommt. Die andere Strophe beschreibt, was Tim gar nicht mag. Der Sprachwitz  an dem kleinen Gedicht ist, dass die Reimform auch dann erhalten bleibt, wenn man die entsprechenden Lebensmittel gegen andere austauscht. Deshalb eignet sich es auch wunderbar, um Wortschatz zu trainieren.

Ich esse gern Fleisch und ich
esse gern Fisch.
Ich habe Tomaten und Salat
auf dem Tisch.
Zum Frühstück trinke ich
Saft oder Tee.
Aber Käse? … Nee!

Käse? Nein, danke!
Käse mag ich nicht!
Das ist das Anti-Käse-Gedicht.
Ich mag keinen Käse.
Wäh! Käse mag ich nicht.
Das ist das Anti-Käse-Gedicht.

Hören Sie hier das Gedicht:

 

So können schon Lernende auf A1-Niveau das Gedicht nutzen, um ihre eigenen Favoriten und weniger beliebten Nahrungsmittel zu beschreiben. Einfach in die Lücken einsetzen und schon kann man den anderen Kursteilnehmenden sein ganz persönliches kulinarisches Gedicht präsentieren. So lässt sich nicht nur der Wortschatz in Bezug auf das Thema Essen erweitern. Die Teilnehmenden lernen sich auf diese Weise auch ein bisschen besser kennen und entdecken vielleicht gemeinsame Vorlieben oder Abneigungen, was das Essen betrifft.

Des Kaisers neue Semmel

In einer Übung für das Lehrwerk Menschen (Hueber-Lehrwerkservice, Materialien zu Österreich, die Kaisersemmel) nehmen der bekannte Kaiser Franz Josef und seine nicht minder berühmte Gemahlin Sisi gemeinsam ein Frühstück ein. Während sich Sisi der schlanken Linie wegen mit Milch und Orangen begnügt, besteht der Kaiser auf seine Semmel (bayrisch und österreichisch für Brötchen). Er hat die Auswahl zwischen verschiedenen Belägen, für die auch typisch österreichische Wörter zum Einsatz kommen. Beispielsweise kann er ein Gurkerl (österreichisch für Gürkchen) auf seine Semmel legen.

Die Übung trainiert als kleines Ratespiel sowohl den kulinarischen Wortschatz als auch direkte Fragen, die mit ja oder nein beantwortet werden können. Der Teilnehmende, der den Kaiser mimt, sucht sich fünf Beläge aus. Ein anderer Kursteilnehmender schlüpft in Sisis Rolle und versucht, diese herauszufinden. Sisi fragt den Kaiser ganz direkt, was er denn auf sein Semmerl möchte: Möchtest Du eine Semmel mit Gurkerl? Und der Kaiser muss entsprechend seiner Wahl bejahen oder verneinen: Nein, ich möchte keine Semmel mit Gurkerl. Kassenbons aus dem D-A-CH-Raum

Kassenbons – nicht wegwerfen!

Apropos Varianten aus dem D-A-CH-Raum: Kassenbons aus Restaurants oder Cafés sind wunderbares authentisches Material, um die unterschiedlichen Bezeichnungen für Speisen und Lebensmittel im D-A-CH-Raum zu vermitteln. Anhand der Begriffe können Kursteilnehmende raten, was damit wohl gemeint ist, und ob das Wort in Deutschland, Österreich und der Schweiz benutzt wird. Darüber hinaus lassen sich auch noch W-Fragen anhand der Angaben auf dem Kassenbon trainieren (z. B. Was hat die Person gegessen/getrunken?, Wo ist das Restaurant? Wie heißt das Restaurant?, etc.)

Leckere Komposita

Eine schöne Erweiterung einer Übung aus dem Hueber-Lehrwerk Momente lässt sich sehr gut im Online-Unterricht anwenden: Aus zwei Lebensmitteln wird durch die Bildung eines Kompositums ein neues Lebensmittel. Zwei Lernende im Online-Kurs halten auf „eins, zwei, drei“ ein Lebensmittel in die Kamera, dass sie gerade im Haus haben. In vielen Fällen wird daraus wohl eine bekanntes Lebensmittel entstehen (z. B. eine Flasche Milch und eine Packung Reis ergeben Milchreis oder Reismilch). Denkbar sind aber natürlich auch viele ungewöhnliche Zusammenstellungen, die aber bestimmt Gesprächsstoff ergeben nach dem Motto: Wie schmeckt das wohl? Würdest Du das probieren?

Auf den Geschmack gekommen? Dann besuchen Sie doch einfach das nächste Hueber-Webinar mit Lukas Mayrhofer!

Webinartipp:  Lecker & lehrreich: Kulinarische Themen in Hueber-Lehrwerken

Das nächste Hueber-Webinar mit Lukas Mayrhofer am 6. April 2022:
Lecker & lehrreich: Kulinarische Themen in Hueber-Lehrwerken

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