CLIL steht für Content and Language Integrated Learning. Es handelt sich um einen Unterrichtsansatz, bei dem fachliche Inhalte und sprachliches Lernen bewusst miteinander verbunden werden.

CLIL in unterschiedlichen Kontexten

Für den Fachunterricht in Klassen mit zugewanderten Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache bedeutet das: Es geht nicht darum, Sprache zusätzlich zu unterrichten. Vielmehr soll sie im Fachunterricht sichtbar und bearbeitbar werden. Also kein bilingualer Unterricht und zusätzliche Materialien wie Vokabellisten, sondern bewusster Umgang mit Sprache im Fachunterricht selbst. Sprache wird auch nicht einfach vorausgesetzt, sondern immer mitgedacht und aufgebaut.

Für den DaF-Unterricht im Ausland heißt das: Lernende erwerben Deutsch nicht isoliert als Sprache, sondern direkt im Zusammenhang mit einem Fachthema (z. B. Geschichte, Kunst). Das macht das Lernen lebendiger und praxisnah. So steigt die Motivation, weil Lernende den Nutzen und die Anwendung der Sprache unmittelbar erleben. Gerade wenn sie Deutsch auch im Hinblick auf Studium oder Beruf brauchen, bereitet CLIL auf realistische Anforderungen vor, indem es Fachwissen und Sprache gleichzeitig stärkt.

CLIL-Elemente im Fachunterricht nutzen

Lehrende in Klassen mit zugewanderten Jugendlichen kennen diese Situation im Fachunterricht: Sie stellen eine Frage, die Lernenden verstehen sie und kennen die Antwort – und trotzdem meldet sich niemand. Denn die Jugendlichen sind nicht in der Lage, sich sprachlich auszudrücken. Wer beispielsweise das Wort acht nicht kennt, wird die Frage Was ist drei plus fünf? nicht beantworten können. Auch wenn die Frage verstanden wird und die Lösung klar ist. Das ist kein kognitives Problem, sondern ein sprachliches, so Hueber-Referentin Bettina Hottner, die selbst über zehn Jahre in Schulklassen mit zugewanderten Jugendlichen unterrichtet hat und jetzt als Fortbildnerin tätig ist.

Denn fachliche Anforderungen sind immer auch sprachliche. Wenn die Sprache fehlt, kann das Fachliche oft nicht vollständig verstanden und vor allem nicht angemessen ausgedrückt werden. Dazu reicht die Alltagssprache nicht, denn jedes Fach hat auch eine eigene Fachsprache. Und wird diese nicht ausgebaut, bleibt der Unterrichtserfolg oft aus. Was auf Dauer dazu führt, dass die Lernenden ihre Motivation verlieren.

CLIL hilft beim Mathe lernen

Bettina Hottner zeigt an einem Beispiel aus dem Hueber-Kursbuch Beste Freunde PLUS für A1, wie das konkret aussehen kann. Hier stehen zum Beispiel neben den mathematischen Rechnungen auch die Versprachlichungen. Also neben 3 + 5 = 8 auch drei plus fünf ist gleich acht.

Das wird nicht nur visuell, sondern auch über Hörbeispiele vermittelt. Für alle Grundrechenarten stehen so den Lernenden auch die passenden Sprachstrukturen zu Verfügung, die natürlich später ebenfalls auf komplexere Rechenbeispiele adaptiert werden können. Die Wörter für Zahlen und Zeichen sollten sowohl immer wieder gesprochen als auch geschrieben werden, damit sie sich einprägen und abgerufen werden können.

Typische CLIL-Elemente am Beispiel Matheunterricht sind also hier zum einen die Vorentlastung: Bevor die Lernenden die eigentlichen Aufgaben bearbeiten, werden Begriffe und Strukturen eingeführt wie hier plus und ist gleich. Zur Sichtbarmachung von Sprache gehört es, Rechensätze zu versprachlichen und zum Beispiel laut zu lesen und zu schreiben.
Sprachliche Rahmung im Unterricht bedeutet, dass die Lernenden immer mit denselben klaren sprachlichen Mustern arbeiten.

Begleitete Sprachproduktion heißt, dass Aussagen im Unterricht aufgegriffen und erweitert werden. Das bedeutet, dass Lernende nicht nur einzelne Fachbegriffe als Stichworte verwenden, sondern ganze Sätze bilden und auch Fragen formulieren können, wenn sie Hilfe brauchen.

Und ganz wichtig: Aktivität vor Fehlerkorrektur. Entscheidend im Fachunterricht ist also erst einmal, dass der/die Lernende bei der Lösung der Aufgabe zu einem richtigen Ergebnis kommt und dieses sprachlich mitteilen kann. Die Korrektur bestimmter sprachlicher Strukturen oder der Aussprache sollte nicht an erster Stelle stehen, weil das wieder einschränkend und demotivierend wirkt.

Junge spricht vor einer Gruppe Mitschüler.

 

Erfahren Sie mehr über das CLIL-Konzept im Webinar mit Bettina Hottner am 5. Mai 2026:

5.05.26, 14.00 – 15.30 Uhr:

Sprachsensibel unterrichten mit CLIL-Elementen

 

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